wiwiweb
online lernen

Besser lernen mit Online-Kursen

NEU! Jetzt online lernen:
Rechnungswesen
Den Kurs kaufen für:
einmalig 39,00 €
Zur Kasse

Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung

WebinarTerminankündigung aus unserem Online-Kurs Volks- und Betriebswirtschaft:
 Am 12.01.2017 (ab 18:00 Uhr) findet unser nächstes Webinar statt.
Gratis-Webinar Grundbegriffe der Bilanzierung
- In diesem 60-minütigen Gratis-Webinar gibt Daniel Lambert einen Überblick über die zentralen Begriffe der Bilanzierung - hier im Besonderen dem Bilanzausweis.
[weitere Informationen] [Terminübersicht]

Buchführungspflichten

Wir unterscheiden die Buchführungspflicht

  • nach Handelsrecht und

  • nach Steuerrecht.

Video: Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung

Hinweis: Die Grenzen des §241a HGB haben nach Rechtsstand 2016 verändert (s.u.)!

Buchführungspflicht nach Handelsrecht

Nach dem Handelsrecht ist jeder Kaufmann verpflichtet, Bücher zu führen und die Lage seines Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsmäßige Buchführung ersichtlich zu machen (§ 238 I 1 HGB).

Allerdings ist zu beachten, dass kleine Einzelkaufleute von der Buchführungspflicht befreit sind (§ 241a HGB). Ein Einzelkaufmann gilt hierbei als klein, wenn an zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren

  • die Umsatzerlöse höchstens 600.000 € und

  • die Jahresüberschüsse höchstens 60.000 €

betrugen (§ 241a S. 1 HGB).

Buchführungspflicht nach Steuerrecht

Die steuerrechtliche Buchführungspflicht gliedert sich auf in die

  • derivative und die

  • originäre

Buchführungspflicht.

Derivative Buchführungspflicht heißt hierbei, dass man steuerrechtlich zur Buchführung verpflichtet ist, wenn man bereits nach anderen Gesetzen (also insb. nach dem Handelsrecht) als den Steuergesetzen Bücher und Aufzeichnungen zu führen hat (§ 140 AO).

Die originäre Buchführungspflicht bedeutet, dass man

  • mit einem Umsatz von mehr als 600.000 € im Kalenderjahr oder

  • mit einem Gewinn aus Gewerbebetrieb von mehr als 60.000 € im Wirtschaftsjahr oder

  • mit einem Gewinn aus Land und Forstwirtschaft von mehr als 60.000 € im Kalenderjahr

buchführungspflichtig ist (§ 141 AO).

Bilanzierungsgrundsätze

Merke

LAMBERT-REGEL:

Wir unterscheiden Ansatz (= Bilanzierung), Bewertung und Ausweis.

Bilanzierung fragt, ob etwas in der Bilanz angesetzt wird. Bewertung hingegen, in welcher Höhe es angesetzt wird. Ausweis wiederum beantwortet die Frage, wo (also an welcher Stelle in der Bilanz) etwas angesetzt wird. 

Wir reden über

  • materielle Grundsätze,

    • Vollständigkeit,

    • Richtigkeit und

    • Willkürfreiheit

  • Ansatzgrundsätze,

    • Verrechnungsverbot,

    • Ansatzstetigkeit,

    • Bilanzidentität

  • Bewertungsgrundsätze

    • Going-Concern-Prinzip,

    • Einzelbewertung,

    • Bewertungstetigkeit,

    • Bilanzidentität.

  • das Vorsichtsprinzip

    • Realisationsprinzip,

    • Imparitätsprinzip,

    • Niederstwertprinzip,

    • Höchstwertprinzip,

    • Anschaffungswertprinzip,

    • Wertaufholungsgebot

  • die Periodisierung.

    • sachliche Abgrenzung als auch

    • zeitliche Abgrenzung.

Das Vollständigkeitsprinzip nach § 246 I HGB besagt, dass

  • in der Bilanz

    • alle Vermögensgegenstände,

    • alle Schulden,

    • alle Rechnungsabgrenzungsposten und

  • in der GuV

    • alle Aufwendungen und

    • alle Erträge

im Jahresabschluss einer Unternehmung anzusetzen sind.

Going Concern besagt, dass die Positionen im Jahresabschluss so anzusetzen sind, dass man davon ausgeht, dass das Unternehmen fortgeführt und nicht etwa morgen beendet wird.

Beispiel

Eine Maschine wurde für 1000 € angeschafft und hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Am Ende des zweiten Jahres würde man sie, wenn man das Unternehmen zerschlagen würde, noch für 100 € verkaufen können.

Die Maschine ist mit fortgeführten Anschaffungskosten, also mit um die planmäßigen Abschreibungen verminderten Anschaffungskosten, anzusetzen, wenn man davon ausgeht, dass die Unternehmung fortgeführt wird.Wir rechnen also

AK = Anschaffungskosten - planmäßige Abschreibung

= 1.000 - 200 - 200

= 600 €.

Mit dem Grundsatz von Going Concern bewerten wir die Maschine zu 600 €, mit einer Zerschlagungsstatik hingegen zu 100 €. Relevant ist damit die Bewertung zu 600 €. 

Das Realisationsprinzip besagt, dass Erträge (und damit Gewinne) erst dann angesetzt werden dürfen, wenn sie realisiert sind. (§ 252 I Nr. 4 HGB). Konkret bedeutet dies, dass erst bei Gefahrenübergang ein Ertrag angesetzt werden darf.

Video: Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung


Das Imparitätsprinzip hingegen führt zu einer Ungleichbehandlung von Erträgen und Aufwendungen. Erträge dürfen nicht antizipiert werden (sondern dürfen erst bei Realisierung angesetzt werden, siehe Realisationsprinzip), Aufwendungen hingegen müssen antizipert werden. Wenn sie also bereits drohen, aber noch nicht sicher sind, müssen sie angesetzt werden (siehe den Ansatz von Rückstellungen und das Niederstwertprinzip).

Video: Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung


Das Höchstwertprinzip betrifft die Erstbewertung. Vermögensgegenstände dürfen höchstens zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt werden (§ 253 I 1 HGB). Nach dem Niederstwertprinzip sind außerplanmäßige Abschreibungen anzusetzen (§ 253 III 3, IV 1 HGB).
Diese sind allerdings nach dem Prinzip der Wertaufholung wieder zurückzunehmen (in Form von Zuschreibungen), wenn der Grund für die vorhergehende außerplanmäßige Abschreibung entfallen sein sollte.

§256a HGB: Währungsumrechnung

Video: Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung

Multiple-Choice

Der Einzelgewerbetreibende Lutz aus Erkenschwick hat im Jahre 2013 einen Umsatz von 405.000 € realisieren können.

Welche der folgenden Aussagen kommt der Wahrheit am nächsten?

0/0
Lösen

Hinweis:

Bitte kreuzen Sie die richtigen Aussagen an. Es können auch mehrere Aussagen richtig oder alle falsch sein. Nur wenn alle richtigen Aussagen angekreuzt und alle falschen Aussagen nicht angekreuzt wurden, ist die Aufgabe erfolgreich gelöst.

Bild von Autor Daniel Lambert

Autor: Daniel Lambert

Dieses Dokument Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung ist Teil eines interaktiven Online-Kurses zum Thema Rechnungswesen.

Dipl.-Math. Dipl.-Kfm. Daniel Lambert gibt seit vielen Jahren Kurse zur Prüfungsvorbereitung. Er unterrichtet stets orientiert an alten Prüfungen und weiß aus langjähriger Erfahrung, wie sich komplexe Sachverhalte am besten aufbereiten und vermitteln lassen. Daniel Lambert ist Repetitor aus Leidenschaft seit nunmehr 20 Jahren.
Vorstellung des Online-Kurses RechnungswesenRechnungswesen
Dieser Inhalt ist Bestandteil des Online-Kurses

Rechnungswesen

wiwiweb - Interaktive Online-Kurse (wiwiweb.de)
Diese Themen werden im Kurs behandelt:

[Bitte auf Kapitelüberschriften klicken, um Unterthemen anzuzeigen]

  • Grundlagen
    • Abgrenzungen
    • Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung
  • Finanzbuchhaltung
    • Einleitung zu Finanzbuchhaltung
    • Jahresabschluss
    • Einführung Buchführung
      • Einleitung zu Einführung Buchführung
      • Bestandskonten
      • Erfolgskonten
    • Selbstkontrollaufgaben
    • Gewinn- und Verlustrechnung
      • Einleitung zu Gewinn- und Verlustrechnung
      • GuV auf Teilkostenbasis
      • GuV auf Vollkostenbasis
        • Einleitung zu GuV auf Vollkostenbasis
        • Selbstkontrollaufgabe
  • Kosten- und Leistungsrechnung
    • Grundlagen
    • Begriffe
    • Selbstkontrollaufgaben
    • Kostenartenrechnung
      • Einleitung zu Kostenartenrechnung
      • Systematisierungen von Kosten
      • Selbstkontrollaufgabe
    • Kostenstellenrechung
      • Einleitung zu Kostenstellenrechung
      • Stufenleiterverfahren
      • Selbstkontrollaufgaben
    • Kostenträgerrechung
    • Kostenträgerstückrechnung
      • Einleitung zu Kostenträgerstückrechnung
      • Divisionskalkulationen
        • Einleitung zu Divisionskalkulationen
        • Äquivalenzziffernrechnung
      • Zuschlagskalkulationen
        • Einleitung zu Zuschlagskalkulationen
        • Maschinenstundensatzrechnung
      • Selbstkontrollaufgaben
    • Kostenträgerzeitrechnung
      • Einleitung zu Kostenträgerzeitrechnung
      • Selbstkontrollaufgaben
    • Produktionsprogrammplanung
      • Einleitung zu Produktionsprogrammplanung
      • Selbstkontrollaufgaben
    • Prozesskostenrechnung
      • Einleitung zu Prozesskostenrechnung
      • Allokationseffekt
      • Selbstkontrollaufgaben
    • Target Costing
    • Plankostenrechnung
      • Einleitung zu Plankostenrechnung
      • Selbstkontrollaufgaben
  • Auswertung betrieblicher Zahlen
    • Aufbereitung von Zahlen
    • Renditen
  • Planungsrechnung
    • Einleitung zu Planungsrechnung
  • Wiederholungsfragen
    • Einleitung zu Wiederholungsfragen
  • Zusatzaufgaben
    • Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechnung
    • Kostenartenrechnung
    • Kostenstellenrechnung
    • Kostenträgerrechnung
    • Deckungsbeitragsrechnung
    • Plankostenrechnung
    • Prozesskostenrechnung
  • 49
  • 15
  • 113
  • 9
einmalig 39,00
umsatzsteuerbefreit gem. § 4 Nr. 21 a bb) UStG
Online-Kurs Top AngebotTrusted Shop

Unsere Nutzer sagen:

  • Odelette Bisson

    Odelette Bisson

    "Ich hatte zu Beginn des Studiums keine Ahnung von BWL. Dank wiwiweb.de hab ich jetzt den Durchblick!"
  • Andreas Sommer

    Andreas Sommer

    "Großes Lob für die guten Kurse! Ich hab zum Glück bestanden."
  • Barbara Kalb

    Barbara Kalb

    "Die Videos von Daniel Lambert sind einfach klasse. Johnny Controlleti :)"

NEU! Sichere dir jetzt die perfekte Prüfungsvorbereitung und spare 10% bei deiner Kursbuchung!

10% Coupon: lernen10

Zu den Online-Kursen