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Rechnungswesen

Maschinenstundensatzrechnung

Die MaschinenstundensatzRechnung ist eine spezielle Zuschlagskalkulation. Man ermittelt die sog. Maschinenbeanspruchung und verteilt die restlichen Kosten oftmals mit einer Zuschlagskalkulation. Folgendes Beispiel möge die Problematik erhellen.

Maschinenstundensatzrechnung Beispiel

Beispiel: 
In einer Fertigungsstelle werden drei Produkte A, B und C produziert, hierfür sind zwei unterschiedliche Maschinen notwendig. Es sind in der letzten Abrechnungsperiode 50.000 € maschinenabhängige Fertigungskosten für die erste Maschine und 60.000 € für die zweite Maschine angefallen. Darüber hinaus entstanden folgende maschinenunabhängige Fertigungskosten: Hilfslöhne 40.000 €, Sozialkosten 50.000 € und Arbeitsvorbereitung 20.000 €. Schließlich hat der Chef-Controller, August Erbsenzähler, noch folgende Daten zusammengetragen:

Produkt Beansprg. 1. Maschine ($\ {Min \over ME} $) Beanspruchg 2. Maschine ($\ {Min \over ME} $) produzierte und verkaufte ME Fertigungseinzelkosten ($\ {€ \over ME} $)
A 15 10 5.000 8
B 0 20 8.000 6
C 10 0 4.000 2
  1. Verteile die maschinenabhängigen Kosten mit einer Maschinenstundensatzrechnung.
  2. Verteile die nicht maschinenabhängigen Kosten mit einer Zuschlagskalkulation auf die drei Produkte, die Fertigungseinzelkosten sind dabei die Zuschlagsbasis.
  3. Ermittle dadurch schließlich die Fertigungskosten pro Stück für die drei Produkte A, B und C.

Berechnung des Maschinenstundensatzes

a) Für die Maschinenstundensatzrechnung muss man die Beanspruchungen der Maschinen ermitteln. Die erste Maschine wurde $$\ B_1 = 15 \cdot 5.000 + 0 \cdot 8.000 + 10 \cdot 4.000 = 75.000 + 40.000 = 115.000\ Min $$ in Anspruch genommen. Die 50.000 € Fertigungskosten der ersten Maschine sind somit auf 115.000 Minuten zu verteilen, was einen Minutensatz von 

$\ Minutensatz_1 = {50.000\ € \over 115.000\ Min} = 0,43478\ {€ \over Min} $ 

ergibt. Genauso rechnet man für die zweite Maschine, hier liegt die Beanspruchung nämlich bei

$\ B_2 = 10 \cdot 5.000 + 20 \cdot 8.000 + 0 \cdot 4.000 = 210.000\ Minuten $, 
der Satz liegt damit bei

$\ Minutensatz_2 = {60.000\ € \over 210.000\ Min} = 0,2857\ {€ \over Min} $

Berechnung der Stückkosten

Damit ermittelt man die Stückkosten der einzelnen Produkte:

Produkte Rechnung Stückkosten
($\ {€ \over ME} $)
A $\ 15 \cdot 0,43478 + 10 \cdot 0,286 $ $\ 9,38 $
B $\ 0 \cdot 0,43478 + 20 \cdot 0,2857 $ $\ 5,71 $
C $\ 10 \cdot 0,43478 + 0 \cdot 0,2857 $ $\ 4,35 $

Berechnung des Zuschlagssatzes

b) Die nachfolgende Zuschlagskalkulation benötigt zunächst einen Zuschlagssatz. Diesen ermittelt man – wie gewohnt – durch Division der Gemeinkosten durch die Einzelkosten, also durch

Merke

$$\ ZS_{Fertigungskosten}= {gesamte\ Fertigungsgemeinkosten \over sämtliche\ Fertigungseinzelkosten} $$

$$\ = {40.000 + 50.000 + 20.000 \over 5.000 \cdot 8 + 8.000 \cdot 6 + 4.000 \cdot 2} $$ $$\ = {110.000 \over 40.000 + 48.000 + 80.00} $$ 
$$\ = {110.000\ € \over 96.000\ €} $$
$$\ = 1,1458 $$ 
$$\ = 114,58\ \% $$

Daher kalkuliert man nach der Zuschlagskalkulation

Produkte A B C
Fertigungseinzelkosten 8 6 2
Fertigungsgemeinkosten 
($\ = 1,1458 \cdot FEK $)
9,17 6,87 2,29
Summe 17,17 12,87 4,29

c) Schließlich ermittelt man die Stückkosten durch Summierung der Ergebnisse aus Maschinenstundensatzrechnung und Zuschlagskalkulation, denn man hatte die

  • maschinenabhängigen und die
  • maschinenunabhängigen

Ergebnisse zu kalkulieren und zu addieren: 

Produkte A B C
Maschinenstundensatzrechnung 9,38 5,71 4,35
Zuschlagskalkulation 17,17 12,87 4,29
Stückkosten 26,55 18,58 8,64