Kursangebot | Teil 2: Wirtschaftsfachwirte - Handlungsbezogene Qualifikationen | Fremdfinanzierung

Teil 2: Wirtschaftsfachwirte - Handlungsbezogene Qualifikationen

Fremdfinanzierung

01. Was ist das Ziel der Fremdfinanzierung?

Vgl. dazu 2.3 Finanzierungsarten.

Fremdfinanzierung dient der Beschaffung von Finanzmitteln in Form von Fremdkapital. Sie ist charakterisiert durch einen Kapitalzufluss von außen und die begrenzte Verfügungsdauer – im Gegensatz zur Eigenfinanzierung. Sie begründet ein Schuldverhältnis und bewirkt Kosten. Die Fremdfinanzierung kann langfristigen oder kurzfristigen Charakter haben.

02. Welche Voraussetzung ist für die Fremdfinanzierung erforderlich?

Zentrale Voraussetzung für die Fremdfinanzierung ist eine ausreichende Eigenkapitalbasis des Unternehmens. Die Banken/Fremdkapitalgeber leiten daraus die Kreditwürdigkeit (Eigenkapitalquote, Rating) ab.

03. Welche Formen der Fremdfinanzierung gibt es?

Grundsätzlich kommen folgende Möglichkeiten der Fremdfinanzierung infrage:

  • Förderprogramme:

    Bund und Länder (öffentliche Mittel/Förderprogramme) helfen Existenzgründern in Form von Darlehen und Beteiligungskapital. Die Konditionen wechseln laufend. Für den Laien ist die Fülle der Möglichkeiten kaum noch transparent. Er sollte sich hier Unterstützung durch die IHK bzw. einen Gründungsberater holen. Am bekanntes-ten sind: KfW-Mikro-Darlehen, KfW-StartGeld, Unternehmerkredit, ERP-Kapital für Gründung. Förderprogramme gibt es auch für bestehende Geschäftsbetriebe.

  • Gläubigerdarlehen:

    • Darlehen von Banken gegen Gewährung von Sicherheiten. Die Zinssätze können für bestimmte Laufzeiten fest oder variabel sein. Es gibt das Abzahlungs-, Annuitäten- und Blockdarlehen.

      • Abzahlungsdarlehen: Durch die jährlichen konstanten Tilgungsraten reduziert sich die Grundlage (Restschuld) für die Berechnung der Zinsen.

      • Annuitätendarlehen: Gleichbleibende Beträge des Kapitaldienstes (Zins und Tilgung), wobei sich die Zusammensetzung aus Zins und Tilgung über die Laufzeit verändert.

      • Blockdarlehen: Gleichbleibende Zinszahlungen pro Periode, da der Darlehensbetrag in einem „Block“ im letzten Jahr der Darlehenslaufzeit zurückbezahlt wird.

    • Kontokorrentkredit: Überziehung des Kontos bis zu einem Kreditlimit ist möglich. Es werden Sollzinsen berechnet.

    • Private Darlehen (Freunde, Familie).