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Konzernabschluss nach IFRS - Vorgehensweise bei der Equity-Methode

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Konzernabschluss nach IFRS

Vorgehensweise bei der Equity-Methode

Für assoziierte Unternehmen wird die Equity-Methode nach der Buchwertmethode durchgeführt. Wir trennen im folgenden nicht die Erst- und die Folgekonsolidierung in unterschiedliche Kapitel auf, sondern erledigen beide hier.

Methode

In der internationalen Rechnungslegung ist lediglich die sog. Buchwertmethode zulässig (IAS 28.10), nicht hingegen die sog. Kapitalanteilsmethode.

Bei der Equity-Methode wird die Kapitalkonsolidierung technisch anders gerechnet als die Vollkonsolidierung oder die Quotenkonsolidierung. Man rechnet nämlich nicht die einzelnen Positionen der Bilanz des assoziierten Unternehmens ein, sondern vielmehr besteht die Konzernbilanz aus

  • den einzelnen Positionen des beteiligten Unternehmens

    • (wir wollen den Ausdruck „Mutter“ hier streng vermeiden) und

  • dem Beteiligungsbuchwert

    • dieser subsumiert die Beteiligung, den Anteil an den stillen Reserven und stillen Lasten, den Anteil am Gewinn und den Geschäfts- oder Firmenwert in einer einzigen Zahl.

Die Erstkonsolidierung funktioniert bei der Buchwertmethode folgendermaßen:

Methode

KOCHREZEPT EQUITY-METHODE (NACH BUCHWERTMETHODE):

1. Berechne den Unterschiedsbetrag durch

Unterschiedsbetrag = Beteiligungsbuchwert abzgl. anteiliges (nicht neubewertetes) bilanzielles Eigenkapital des Anteilsunternehmens.

2. Dieser Unterschiedsbetrag lässt sich verteilen auf

  • anteilige stille Reserven des Anlagevermögens,
  • anteilige stille Reserven des Umlaufvermögens,
  • anteilige stille Lasten und
  • den Geschäfts- oder Firmenwert.

3. Kalkuliere alsdann Wert der Beteiligung Vorjahr

  • zzgl. anteiliger Jahresüberschuss des Anlageunternehmens
  • abzgl. erhaltende Dividende
  • abzgl. Abschreibung auf anteilige stille Reserven im sonstigen Anlagevermögen
  • zzgl. anteilige stille Lasten

= Wert der Beteiligung im Folgejahr

Wir rechnen am folgenden Beispiel:

Beispiel

Die MU-AG ist mit 25 % an der AU-GmbH beteiligt. Die Bilanzen der beiden Gesellschaften sehen wie folgt aus:

MU

AU

Positionen

A

P

A

P

sonstiges Anlagevermögen

400

300

Beteiligung

200

Umlaufvermögen

300

500

Eigenkapital

200

400

Fremdkapital

700

400

Summe

900

900

800

800

Beispiel

In der Bilanz der AU-GmbH sind stille Reserven im Anlagevermögen von 40 und stille Reserven von 20 im Umlaufvermögen enthalten. Außerdem sind im Fremdkapital die Rückstellungen mit 10 zu niedrig bewertet.

Führe die Konsolidierung nach der Equity-Methode durch.

Erstkonsolidierung

Man erhält die Konzernbilanz durch folgendes Schema:

MU

AU

Summe

Konsolidierung

Konzernbilanz

Positionen

A

P

A

P

A

P

A

P

A

P

sonstiges Anlagevermögen

400

300 + 40

400

Beteiligung

200

200

Umlaufvermögen

300

500 + 20

300

Eigenkapital

200

400 +40 + 20 - 10

200

Fremdkapital

700

410

700

Summe

900

900

860

860

900

900

Summenbilanz und Konsolidierung entfallen also. Sie finden die Konzernbilanz in der Erstkonsolidierung unbefriedigend? Das kann man verstehen, denn es ist kein Unterschied zur Einzelbilanz der Mutter vorhanden...

Folgekonsolidierung

Wie wird danach, also im Folgejahr, verfahren?

Beispiel

Zusätzlich zu den Angaben aus dem obigen Beispiel sei für das Folgejahr bekannt, dass die MU einen Jahresüberschuss von 60 und die AU von 100 realisiert. Vermögenswerte wurden in Höhe der Abschreibungen im Folgejahr neu beschafft. Das Fremdkapital sinkt in Höhe des Gewinns. Die Restnutzungsdauer der abnutzbaren Vermögenswerte liege bei fünf Jahren, lineare Abschreibung sei unterstellt. Das Umlaufvermögen werde komplett umgeschlagen.

Wie geht man nach der Equity-Methode im Folgejahr vor?

Zunächst rechnet man den sog. Unterschiedsbetrag aus, der sich ergibt als Differenz aus Beteiligungsbuchwert abzgl. dem anteiligen (nicht neubewerteten!) Eigenkapital beim Anlageunternehmen:

Unterschiedsbetrag = Beteiligungsbuchwert – anteiliges EK der AU

= 200 – 0,25*400

= 200 – 100

= 100 €.

Dieser Unterschiedsbetrag lässt sich verteilen auf

  • die anteiligen stillen Reserven

    • beim Anlagevermögen

      • 0,25*40 = 10

    • beim Umlaufvermögen

      • 0,25*20 = 5

  • die stillen Lasten

    • 0,25*10 = 2,5 und

  • den Geschäfts- oder Firmenwert

    • 100 – 10 – 5 + 2,5 = 87,5.

Beachte insb., dass die stillen Lasten hinzuaddiert werden, die stillen Reserven hingegen abgezogen werden!

Dann geht es um das Ausrechnen des Beteiligungsbuchwerts für die Konzernbilanz. Dieser nimmt in den unterschiedlichen Jahren unterschiedliche Werte an. Man rechnet ihn aus mit der schon im Kochrezept erwähnten Formel

Methode

Wert der Beteiligung Vorjahr

+ anteiliger Jahresüberschuss des Anlageunternehmens

abzgl. erhaltende Dividende

abzgl. Abschreibung auf anteilige stille Reserven im sonstigen Anlagevermögen

abzgl. Abschreibungen auf anteilige stille Reserven im Umlaufvermögen

zzgl. anteilige stille Lasten

= Wert der Beteiligung im Folgejahr

Also rechnet man hier damit

Wert der Beteiligung Vorjahr 200
+ anteiliger Jahresüberschuss des Anlageunternehmens (0,25*100 =) 25
abzgl. erhaltende Dividende -
abzgl. Abschreibung auf anteilige stille Reserven im sonstigen Anlagevermögen (0,25*(40:5)=) 2
abzgl. Abschreibungen auf anteilige stille Reserven im Umlaufvermögen: (0,25*20 =) 5
zzgl. anteilige stille Lasten: (0,25*10 =) 2,5
= Wert der Beteiligung im Folgejahr = 220,5

Damit steht der Beteiligungsbuchwert für das Folgejahr fest. Man kalkuliert schließlich noch den Jahresüberschuss neu:

JÜ_neu = anteiliger Jahresüberschuss des Anlageunternehmens abzgl. Abschreibungen stiller Reserven zzgl. Auflösung stiller Lasten = 25 - 2 - 5 + 2,5 = 20,5. Mithin errechnet sich der Jahresüberschuss des anlegenden Unternehmens (nicht verwechseln mit dem Anlageunternehmen!) als

neuer Jahresüberschuss anlegendes Unternehmen = alter Jahresüberschuss zzgl. / abzgl. Veränderung 

= 60 + 20,5 = 80,5.

Damit erhält man für das Folgejahr

MU

AU

Summe

Konsolidierung

Konzernbilanz

Positionen

A

P

A

P

A

P

A

P

A

P

sonstiges Anlagevermögen

400

300

400

Beteiligung

200

220,5

Umlaufvermögen

300

500

300

sonstiges Eigenkapital

200

400

200

Jahresüberschuss

60

100

80,5

Fremdkapital

640

300

640

Summe

900

900

800

800

920,5

920,5

Wieder hat sowohl Summenbilanz als auch Konsolidierung keinen Sinn, da nicht die einzelnen Positionen summiert und möglicherweise konsolidiert werden, sondern vielmehr es nur auf eine einzige Größe ankommt, nämlich den Beteiligungsbuchwert.

Methode

Zur Wiederholung, weil es so wichtig ist: man sieht also, dass es bei der Equity-Methode „nur“ darum geht, den Beteiligungsbuchwert zu kalkulieren. Man rechnet nicht die einzelnen Positionen des Unternehmens, an dem man beteiligt ist, einzeln (und möglicherweise anteilig) ein, sondern vielmehr verdichtet sich die gesamte Information im sog. Beteiligungsbuchwert.