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Kosten- und Leistungsrechnung

Aufgabe der Kosten- und Leistungsrechnung

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Die Wesentliche Aufgabe der Kostenrechnung ist die interne Rechenschaftslegung. Sie erfasst im Gegensatz zur Finanzbuchhaltung nur den Teil des Wertezuwachses bzw. -verzehrs, der in unmittelbarem Zusammenhang mit der eigentlichen Betriebstätigkeit steht.

Die Kosten- und Leistungsrechnung kann statistisch in Form von Tabellen oder auf Konten geführt werden. Insbesondere im letzteren Fall bezeichnet man sie auch als Betriebsbuchhaltung. Weitere Bezeichnungen für die Kosten- und Leistungsrechnung sind Selbstkostenrechnung und interne Abrechnung.

Grundlage der Kosten- und Leistungsrechnung

Wesentliche Grundlage der Rechnung ist das aus der Finanzbuchhaltung übernommene Zahlenmaterial. Die Betriebsbuchhaltung besteht aus

  • der Betriebsabrechnung und
  • einigen Nebenbuchhaltungen.

Laufende Überwachung der Wirtschaftlichkeit

Die Kosten- und Leistungsrechnung dient der laufenden Überwachung der Wirtschaftlichkeit der betrieblichen Tätigkeit und dem rechtzeitigen Erkennen von Schwachstellen.

Sie liefert der Buchhaltung die Herstellkosten für die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse und der aktivierten Eigenleistungen.

Die Kosten- und Leistungsrechnung ist weitgehend eine Zeitrechnung. Im Bereich der Kalkulation (Kostenträgerstückrechnung) ist sie eine Stückrechnung. Die Kosten- und Leistungsrechnung ist betriebsbezogen und arbeitet mit Zahlen aus der Vergangenheit. Ihre Arbeitsergebnisse werden vorwiegend in Tabellen festgehalten. Als kurzfristige Erfolgsrechnung (Kostenträgerzeitrechnung) liefert sie der Unternehmensleitung monatlich aktuelle Entscheidungshilfen.

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In der Kostenrechnung spricht man von Herstellkosten. Damit sind Material- und Fertigungskosten gemeint. In der Buchführung nach Handelsrecht spricht man von Herstellungskosten. Herstellungskosten sind nach § 255 HGB Herstellkosten, bei deren Bestimmung die handels- und steuerrechtlichen Vorschriften beachtet worden sind (Wahlrecht zur Berücksichtigung der Verwaltungsgemeinkosten).

Aufgabe der Betriebsbuchhaltung

Hier ist Aufgabe die Zurechnung und Verrechnung von Kosten nach

  • der Art ihres Anfalls (Kostenartenrechnung),
  • dem Ort ihres Anfalls im Betrieb (Kostenstellenrechnung) und
  • ihrer Verursachung auf Produktgruppen und einzelne Aufträge (Kostenträgerrechnung).

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Hier gilt das Verursachungsprinzip (Kostenzurechnungsprinzip). Danach sollen die Kosten den Stellen im Betrieb und den Erzeugnissen zugerechnet werden, die sie verursacht haben.

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Die Aufgaben der Kostenrechnung lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • die kurzfristige Ermittlung und Kontrolle des Betriebserfolgs,
  • die Kontrolle der Wirtschaftlichkeit der einzelnen Betriebsbereiche und Abteilungen (Responsibility Accounting),
  • die Erstellung von Unterlagen für kurzfristige Entscheidungen (Decision Accounting).

Ablauf der Kostenzurechnung

Die Grundkosten sowie die Grundleistung werden zunächst in der Finanzbuchhaltung erfasst. Die Kostenrechnung übernimmt die Verteilung und Zurechnung der Kosten auf die Stellen der Verursachung im Betrieb und auf die Produkte. Hinzu kommt die Berücksichtigung von kalkulatorischen Kosten (nicht in der Finanzbuchhaltung erfasst, da damit keine Zahlungsströme verbunden sind).

Zweckbestimmung der Kostenrechnung

Preisfindung und Preiskontrolle

Die Kostenrechnung dient der Preisfindung und der Preiskontrolle durch:

  • Ermittlung der Selbstkosten,
  • Bestimmung der Preisuntergrenze,
  • Ermittlung der Verrechnungspreise für interne Leistungen,
  • Vergleich der in der Angebotskalkulation ermittelten Kosten mit den später tatsächlich angefallenen Kosten,
  • Ermittlung der Preisobergrenzen der zu beschaffenden Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe;
  • der Erfolgskontrolle bezogen auf:
    • einzelne Aufträge, Produktgruppen oder das gesamte Unternehmen,
    • Abteilungen des Unternehmens,
    • einzelne Produkte oder Produktgruppen,
    • Absatzwege,
    • Kundengruppen oder einzelne Kunden;

Wirtschaftlichkeitskontrolle

Die Kostenrechnung dient der Wirtschaftlichkeitskontrolle durch:

  • Dokumentation des Kostenanfalls,
  • Kontrolle des Kostenanfalls im Rahmen eines Soll-Ist-Vergleichs,
  • innerbetrieblichen Zeitvergleich des Kostenanfalls über Monate und Geschäftsjahre,
  • zwischenbetrieblichen Vergleich mit anderen Unternehmen;
  • der Rechenschaftslegung:
    • durch Schaffung der Grundlage zur Ermittlung der Herstellungskosten (§ 255 Abs. 2 HGB) der zu aktivierenden unfertigen und fertigen Erzeugnisse und der aktivierten Eigenleistungen,
    • bei der Begründung von Ansprüchen gegenüber Versicherungen in Schadensfällen,
    • beim Nachweis der Selbstkosten für öffentliche Aufträge,
    • und der Erstellung von Unterlagen für Kreditverhandlungen;

Erfolgsplanung

Die Kostenrechnung dient der der Erfolgsplanung durch:

  • Vorgaben von Erfahrungswerten aus der Vergangenheit,
  • Lieferung von Entscheidungsgrundlagen für die Produktionsplanung, insbesondere bei Engpässen oder auch bei Unterbeschäftigung,
  • Kostenvergleiche,
  • Planung der Hereinnahme neuartiger Aufträge;
  • Der Vorbereitung von Entscheidungen der Unternehmensleitung.

Gesetzliche Pflichten zur Kostenrechnung

Während die Buchführung handels- und steuerrechtlich reglementiert ist, gibt es keine gesetzlichen Vorschriften für die Kostenrechnung. Das gilt auch für die Offenlegung der Ergebnisse aus der Kostenrechnung. Die Informationen aus der Kostenrechnung richten sich allein an die Unternehmensleitung und weitere Managementebenen im Unternehmen. Grundsätzlich entscheidet die Unternehmensleitung, an wen Informationen weitergegeben werden.

Adressaten der Kostenrechnung

Üblich ist die Weitergabe von Informationen aus der Kostenrechnung in den folgenden Fällen, soweit keine Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse berührt sind:

  • Externe Bilanzleser (häufig Banken) erhalten zum besseren Verständnis zusätzliche Informationen über die Entwicklung des Unternehmens;
  • Anteilseigner erhalten Berichte aus der Kostenrechnung aufgrund einer satzungsmäßigen oder vertraglichen Informationspflicht;
  • Vertikal oder horizontal verbundene Unternehmen erhalten aufgrund vertraglich festgelegter Informationspflichten Berichte aus der Kostenrechnung;
  • Mitglieder des Betriebsrates und Mitglieder eines Wirtschaftsausschusses erhalten Pflichtinformationen.

Zusammenfassung

Der Zweck und die Aufgaben der Kostenrechnung werden in folgendem Video nochmal zusammengefasst.

Video: Aufgabe der Kosten- und Leistungsrechnung