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Teil 2: Wirtschaftsfachwirte - Handlungsbezogene Qualifikationen - Materialwirtschaft und Lagerhaltung

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Teil 2: Wirtschaftsfachwirte - Handlungsbezogene Qualifikationen

Materialwirtschaft und Lagerhaltung

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Wirtschaftsfachwirte


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Inhaltsverzeichnis

Materialwirtschaft

01. Wie ist der organisatorische Ablauf bei der Warenannahme?

 

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  • Prüfung der Lieferberechtigung:

    • Nach Identifizierung des Materials (meist anhand der Begleitpapiere) erfolgt die Prüfung, ob die gelieferte Ware auch bestellt wurde.

    • Diese Prüfung erfolgt i. d. R. anhand des Bestellsatzes. Bei fehlenden Bestellsätzen oder Lieferpapieren sind die zuständigen Beschaffungs- bzw. Verbrauchsstellen zu informieren.

  • Art- und Mengenprüfung:

    • Stimmt die Art der gelieferten Ware

      • mit der auf den Lieferpapieren angegebenen Art überein?

      • mit der auf der Bestellung angegebenen Art überein?

    • Stimmt die Menge der gelieferten Ware

      • mit der auf den Lieferpapieren angegebenen Menge überein?

      • mit der auf der Bestellung angegebenen Menge überein?

    • Bei Abweichungen sind die Beschaffungsstellen zu informieren.

  • Qualitätsprüfung:

    Man unterscheidet folgende, grundlegende Arten der Qualitätsprüfung:

    Vergleichende PrüfungMessende Prüfung
    Prüfen von Anforderungen durch Beurteilung, Lehren, Vergleichen, teilweise unter Verwendung von Prüfmitteln (Grenzlehrdorn, Vergleichsnormale, Checklisten nach dem Gut-Schlecht-Prinzip)Prüfen von numerisch definierten Anforderungen (Durchmesser, Gewicht, Druck) mittels Messmittel (Messschieber, Feinwaage, Kraftmessdose) auf Einhaltung innerhalb vorgegebener Toleranzen.
  • Die Ergebnisse der Wareneingangsprüfung (Art, Menge, Zeit, Qualität) sollten in die Lieferantenbeurteilung einfließen.

02. Warum sollte die Prüfung der Ware unmittelbar nach deren Eingang erfolgen?

  1. Nach § 377 Abs. 1 HGB hat bei einem zweiseitigen Handelskauf der Käufer die Ware unverzüglich nach der Ablieferung zu prüfen und wenn sich ein Mangel zeigt, dem Verkäufer unverzüglich Anzeige zu machen (Mängelrüge; bitte Gesetzestext lesen!). Unterlässt der Käufer die Anzeige, so gilt die Ware als genehmigt, es sei denn, dass der Mangel bei der Untersuchung nicht erkennbar war (§ 377 Abs. 2 HGB).

  2. Bei erkennbaren Beschädigungen ist mit den Beschaffungs- oder Fertigungsstellen die weitere Vorgehensweise abzustimmen.

03. Was ist die Aufgabe der Rechnungsprüfung im Einkauf?

Bei der Rechnungsprüfung (im Einkauf) wird die Lieferantenrechnung mit den entsprechenden Bestellpapieren, Auftragsbestätigungen, Lieferscheinen und Prüfberichten verglichen. Die Prüfung erfolgt i. d. R. sachlich, preislich und rechnerisch. Sind Rechnungsdatum, Mehrwertsteuersatz, -betrag und Leistungsdatum nicht korrekt oder fehlen, ist der Vorsteuerabzug gefährdet.

04. Wie ist der Wareneingang baulich, technisch und organisatorisch zu gestalten?

Im Wareneingang erfolgen die Warenannahme, die administrative Erfassung der Teile und Einbuchung, die Zuordnung zum Lagerplatz und die physische Wareneingangsbearbeitung. Bei der Gestaltung des Wareneingangs sind eine Reihe baulicher, technischer und organisatorischer Bedingungen zu erfüllen. Bei der Neuplanung von Lagereinrichtungen in der Praxis werden diese Voraussetzungen von speziellen Planungsbüros geprüft und dokumentiert.

 

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Bauliche Gestaltung: Wareneingang

  • Einhaltung der Bestimmungen des Baugesetzbuches (BauGB), der Baunutzungsverordnung (BauNV) sowie des kommunalen Bebauungsplanes (B-Plan)

  • Einhaltung der statischen Bestimmungen

  • Besonderheiten der Fundamentierung

  • Aufteilung: Verkehrswege, Lagerflächen, Pufferfläche, Sozialraum

  • räumliche Anordnung des Wareneingangs

    • sodass eine kurze Anbindung für den Verkehrsträger besteht (Schiene/Straße)

    • kurze Wege für die Mitarbeiter gewährleistet sind (innerhalb des Kernbereichs von Wareneingang, Lager und Warenausgang)

  • Eigenschaften der Laderampe (Ladehöhe, Überdachung, Anfahr- und Wendemöglichkeit, Be- und Entlademöglichkeit)

  • ausreichende Belichtung der Arbeitsplätze (Beleuchtungsstärke in Lux; Anordnung der Leuchten; Art der Arbeitsplätze, z. B. Prüfarbeitsplatz)

  • Klimatisierung/Belüftung

  • Einhaltung der Arbeitsschutzbestimmungen (insbesondere beim Handling von Gefahrstoffen)

  • Einrichtung von Zonen (z. B. Prüfbereich, Transportbereich, Reklamationen).

Beispiel

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Kurzbeschreibung eines Beispiels aus der Praxis (großes Handelsunternehmen, Food) Die Platzierung der Büros der Wareneingangs- und -ausgangskontrolle in diesem Gebäudeteil ermöglicht den Mitarbeitern einen freien Blick auf den LKW-Verkehr in der Ladezone. Die Bereiche sind flächendeckend mit einer Sprinkleranlage ausgestattet. Durch den Anbau der Verladerampe mit acht Andockstationen werden Wareneingang und -ausgang optimiert, diverse Schnittstellen beseitigt, Lieferfrequenzen erhöht und Kosten reduziert.

Beispiel aus dem Food-Handel (Laderampe mit Andockstationen)

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Technische Gestaltung:

  • Lastaufnahmemittel

  • Transportsysteme/Fördermittel

  • Prüfsysteme (Waagen und andere Prüfmittel)

  • PSA (Persönliche Schutzausrüstung)

  • Feuerlöscheinrichtung (z. B. Sprinkleranlage)

  • Warenerfassungssystem (Barcodeleser u. Ä.).

    Beispiel

    Hier klicken zum Ausklappen

    Kurzbeschreibung eines Beispiels aus der Praxis (Automobilindustrie)

    Der Transport der Ware in den Warenausgang/Versand erfolgt je nach Lagerzone mit Staplern, Schleppzug oder bei Kleinteilen über eine automatische Behälterförderanlage, die den Wareneingang, die Kleinteilekommissionierzonen und den Warenausgang verbindet.

Organisatorische Gestaltung:

  • Festlegen der Prozessarten per Arbeitsanweisung (Warenannahme; Warenprüfung; Behandlung von Reklamationen/Retouren). Mängelbehaftete Waren werden so lange im Wareneingang aufbewahrt, bis die Reklamation abgeschlossen ist. Anschließend werden sie entweder zurückgesandt, vernichtet oder dem Bestand zugeordnet.

  • Generell sollte die Warenanlieferung nur an einer Stelle erfolgen.

  • Ggf. Abstimmung und Koordination der Anlieferungszeitpunkte mit den Lieferanten (z. B. Lieferungsavis per EDI).

  • kurze Wege für Mitarbeiter

  • Zuständigkeiten/Verantwortlichkeiten

  • Schnittstellengestaltung (Einkauf, Fachabteilungen, Warenausgang)

  • kurze Informationswege

  • Vollständigkeit und Aktualität der Informationserfassung (Lieferant, Warenart, Menge, Zeitpunkt der Anlieferung usw.)

  • Schulung der Mitarbeiter.

Vgl. dazu ergänzend die Ausführungen unter >>  3.2.2, Lagerhaltung.

05. Welche Aufgaben umfasst das Beschaffungscontrolling?

Video: Materialwirtschaft und Lagerhaltung

Das Beschaffungscontrolling sollte in der Materialwirtschaft einen hohen Stellenwert haben.

Die Aufgaben des operativen Beschaffungscontrollings bestehen darin, die Beschaffungskosten zu senken, die Beschaffungszeit zu optimieren und die Qualität der beschafften Güter zu erhöhen. Die Abhängigkeit von den Lieferanten sollte reduziert werden.

Das operative Beschaffungscontrolling beinhaltet die konkrete Planung der Güterart, der Mengen, die Kontrolle der Qualität sowie die Beobachtung der Preisentwicklungen und der Kosten (z. B. Transportkosten).

Instrumente des Beschaffungscontrolling:

  • ABC- und XYZ-Analysen

  • Lieferantenbeurteilungen

  • Beschaffungskostenvergleiche zwischen den Lieferanten

  • Total Cost of Ownership

  • Prozessanalysen für die Optimierung der Logistik im Rahmen von „supply chain“

  • Balanced Scorecard für die Beschaffung.

Der IHK-Rahmenstoffplan sieht folgende Aspekte an dieser Stelle vor:

Kontrolle

  • der Beschaffungskosten

  • der Bestellkosten

  • der Lagerhaltungskosten

  • der Fehlmengenkosten

  • Bestellmengenkontrolle

  • Lieferterminkontrolle.

06. Was ist Gegenstand der Kostenkontrolle?

Kostenkontrolle
Materialbe-wirtschafts-kostensind die Summe aus Bestellkosten, Lagerhaltungskosten, Logistikkosten (Transport und Steuerung des Transports) sowie Kosten der Entsorgung (Sammeln, Lagern, Entsorgen, Recyceln).
Beschaffungs-kostenSie ergeben sich aus der Multiplikation der Einstandspreise mit den Beschaffungsmengen. Zu überprüfen sind:
Preisvergleich mit
  • vergangenen Perioden
  • durchschnittlichen Marktpreisen
  • geplanten Standardpreisen (vgl. Plankostenrechnung)
Preisvergleich mithilfe von Kennzahlen:

$$Preisindex\; des\; Materials\; X = \frac{Preis\; im\; Berichtsmonat * 100}{Preis\; im\; Basismonat}$$

 

$$Preisabweichung\; vom ø Preis\; in\; \% = \frac{Höchster\; Einstandspreis\; in € pro\; ME\; des\; Materials\; X * 100}{ø Einstandspreis\; in €\; pro\; ME\; des\; Materials\; X}$$

Rabattvergleich, absolut oder mithilfe von Kennzahlen, z. B.:

$$Preisnachlassquote = \frac{Erzielte\; Preisnachlässe * 100}{Durchschnittspreis}$$

BestellkostenKontrolle mithilfe von Kennzahlen, z. B.

$$Kosten\; einer\; Bestellung\; in\; € = \frac{Bestellkosten\; pro\; Monat/Jahr}{Anzahl\; der\; Bestellungen\; pro\; Monat/Jahr}$$

 

$$Bestellkosten\; in\; \%\; der\; Beschaffungskosten = \frac{Bestellkosten\; pro\; Monat/Jahr * 100}{Beschaffungskosten\; pro\; Monat/Jahr}$$

Lagerhaltungs-kostenDie Kontrolle der Lagerhaltungskosten erfolgt in der Praxis vor allem über die Ermittlung der Lagerumschlagshäufigkeit:

$$Lagerumschlagshäufigkeit = \frac{Materialverbrauch\; pro\; Jahr}{ø Lagerbestand}$$

Fehlmengen-kostenGeringe Kosten deuten auf eine gute Lagerorganisation hin. In der Praxis ist eine exakte Berechnung schwierig.

Legende:

ø = Durchschnitt; durchschnittlich

ME = Mengeneinheit

07. Was ist Gegenstand der Bestellmengen- und Lieferterminkontrolle?

Quelle: in Anlehnung an: Oeldorf/Olfert, 2013, S. 275 f.

Bestellmengen- und Lieferterminkontrolle
BestellmengenkontrolleÜbersichtliche (DV-gestützte) Ermittlung der durchgeführten Bestellungen nach Materialart Mengen Lieferterminen Lieferanten und Durchführung notwendiger Korrekturen (z. B. Über-/Fehlbestände, Qualitätsmängel).
Lieferterminkontrolle
  • manuell über Terminkalender, Karteikarten (mit Reiter)
  • Dv-gestützt (Darstellung der überfälligen Posten; Vernetzung der Beschaffungswirtschaft mit der Lagerwirtschaft

Lagerhaltung

01. Was ist ein Lager?

Ein Lager ist der Aufbewahrungsort für Erzeugnisse. Der Begriff Lager deckt aber auch die mengen- und wertmäßige Summe der eingelagerten Gegenstände ab.

02. Was sind die Ziele der Lagerwirtschaft?

  • Bereitstellung ausreichender Lagerkapazität

  • Optimierung der Volumennutzung

  • Einsatz wirtschaftlicher Technik

  • Gewährleistung eines reibungslosen Materialflusses

  • Sicherstellung einer sachgerechten Lagerung.

03. Welche Aufgaben werden der Lagerwirtschaft zugerechnet?

  • Lagergestaltung (zentral/dezentral, Eigenlager/Fremdlager)

  • Lagertechnik (Hochregal, Paletten, chaotische Lagerung usw.)

  • Einlagerung: Warenannahme, -prüfung (qualitativ und quantitativ)

  • Bestandsführung (Inventur, Bewertung)

  • Umformung

  • Auslagerung.

04. Welche Funktionen hat das Lager?

 

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Im Einzelnen:

  • Der Bedarf der Händler bzw. der Verbraucher hat in vielen Fällen einen anderen Rhythmus als die Produktion, sodass durch das Lager ein zeitlicher Ausgleich zwischen dem Zeitpunkt der Herstellung und dem Zeitpunkt des Verbrauchs hergestellt werden muss, d. h. es müssen Bedarfsschwankungen ausgeglichen werden.

  • Die Waren werden nicht immer dort erzeugt, wo sie gebraucht werden und müssen daher gelagert werden, um diesen räumlichen Ausgleich zwischen dem Ort der Herstellung und dem Ort des Verbrauchs herbeizuführen.

  • Viele Waren können nur zu bestimmten Zeiten hergestellt werden oder bedürfen der Reifung, sie werden aber ganzjährig benötigt

  • Die Industriebetriebe stellen in größeren Mengen her. Diese Mengen müssen durch die Lagerung auf eine Vielzahl von Händlern verteilt werden.

  • Viele Waren müssen noch durch Umformen/Manipulieren verkaufsfertig gemacht werden, sei es, dass andere Verpackungseinheiten hergestellt werden müssen, sei es, dass die Ware zusammengesetzt werden muss.

  • Die Ware muss umgruppiert werden, um sie kundengerecht anbieten zu können.

  • Es müssen Lieferschwierigkeiten ausgeglichen werden.

05. Was versteht man unter Lagerpolitik?

Unter Lagerpolitik versteht man:

  • die Bestimmung optimaler Lagerbestände

  • die optimale Gestaltung der Lagergebäude. Hierzu zählen sowohl die Einrichtungstechnik als auch die Technik der Zusammenstellung der Aufträge, d. h. die rationelle Gestaltung der Betriebsabläufe in organisatorischer Hinsicht.

06. Was versteht man unter der Mengendisposition im Rahmen der Lagerpolitik?

Mengendisposition erfordert die Bestimmung der Melde-, Mindest- und Höchstbestände für jeden Artikel oder jede Artikelgruppe im Rahmen der ABC-Analyse unter Berücksichtigung der Lagerkarteien und der Bestandsbuchführung.

07. Was versteht man unter der Zeitdisposition im Rahmen der Lagerpolitik?

Unter der Zeitdisposition versteht man den Zeitpunkt der Lagerauffüllung unter Berücksichtigung des Lagerumschlags und der besonderen Verhältnisse der Lieferanten- und Absatzsituation sowie der Wiederbeschaffungskosten.

08. Was versteht man unter der Finanzdisposition im Rahmen der Lagerpolitik?

Unter der Finanzdisposition versteht man die Finanzierung des Einkaufs unter Berücksichtigung der Liquidität, des Lagerumschlags und der Kapitalbeschaffung.

09. Was versteht man unter Lagersteuerung?

Unter dem Begriff Lagersteuerung wird die Planung und Durchführung des internen Material- und Informationsflusses verstanden. In größeren Betrieben wird sie Dv-gestützt durchgeführt (z. B. über SAP).

 

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10. Nach welchen Kriterien können Läger gegliedert bzw. aufgebaut sein?

Man unterscheidet z. B. folgende Lagerarten:

Funktion
  • Beschaffungs-lager
  • Verkaufslager
  • Fertigungslager
  • Reservelager
  • Absatzlager
  • Manipulations-lager
Lagergüter
  • Materiallager
  • Werkzeuglager
  • Erzeugnislager
  • Materialabfall-lager
  • Handelswaren-lager
  • Büromaterial-lager
Bedeutung
  • Hauptlager
  • Nebenlager
  • Zwischenlager
Standort
  • Innenlager
  • Außenlager
  • Speziallager
Eigentümer
  • Eigenlager
  • Fremdlager: Konsignationslager, Kommissionslager, Lagereien
Bauart
  • offene Lager,
  • halboffene Lager
  • geschlossene Lager: Baulager, Speziallager
Lagertechnik
  • Flachlager
  • Blocklager
  • Bodenlager
  • Regallager
  • Stapellager
Produktionsstufe
  • Eingangslager
  • Werkstattlager
  • Erzeugnislager
Automatisie-rungsgrad
  • manuelle Lager
  • mechanisierte Lager
  • automatische Lager
Zentralisierung
  • Zentrallager
  • dezentrale Lager
 

11. Welche Vorteile bietet ein Zentrallager gegenüber dezentralen Lägern?

  • durch hohe Lagermengen wirtschaftliche Lagerung (hohe Umschlagshäufigkeit, geringe Kapitalbindung)

  • bessere Nutzung der Raumkapazität

  • geringer Personaleinsatz durch IT-Anwendungen und Automatisierung

  • effiziente und effektive Nutzung der Lagertechnik durch hohen Automatisierungsgrad.

12. Welche Nachteile weisen Zentrallager auf?

  • Aufgrund der Lagergröße liegt eine Trägheit und geringe flexible Anpassungsmöglichkeiten an veränderte Rahmenbedingungen vor.

  • Es entstehen hohe Kosten, wenn die Kapazitäten bei Nachfrageschwankungen nicht voll ausgenutzt werden.

  • hoher Organisations- und Bürokratieaufwand

  • längere Zugriffszeiten auf die gelagerten Güter

  • längere Transportstrecken zu den Bedarfsträgern.

13. Was ist ein Regallager?

Ein Regallager ist ein eingeschossiges Lager, dessen Stapelhöhe aufgrund der Leistungsfähigkeit der modernen Hochregalstapler bis zu 12 m betragen kann, in der Praxis aber häufig nur 6 m beträgt. Das Regallager eignet sich für die Lagerung unterschiedlicher Größen und Formen. Es erfordert nur geringe Investitionen, aber große Grundflächen und hohe Betriebskosten. Es ist einfach zu bedienen und lässt sich relativ schnell Veränderungen im Sortiment anpassen.

14. Was ist ein Durchlauflager?

Ein Durchlauflager besteht aus Rollen, wobei die Waren auf der einen Seite beladen und jeweils weitergeschoben werden, während die Entnahme auf der anderen Seite erfolgt. Ein Durchlauflager ermöglicht zwar eine konzentrierte Lagerung und es ist ein hoher Automatisierungsgrad möglich; die Regalkonstruktion ist jedoch wegen der Rollen sehr teuer, zusätzlich sind Bremsen und andere Vorrichtungen notwendig, um den Durchlauf zu steuern. Da pro Kanal nur ein Gut gelagert werden kann, ist ein solches Durchlauflager nur bei relativ kleinem Sortiment anwendbar.

15. Was versteht man unter einem Hochregallager?

Ein Hochregallager ist ein eingeschossiges Regallager mit einer Höhe bis zu 40 m und einer Länge bis zu 200 m, bei dem die Bedienung durch Hochregalstapler erfolgt. Ein solches Lager weist eine hohe Umschlagsleistung, eine niedrige Grundfläche, aber hohen Investitionsbedarf auf.

Beispiel

Hier klicken zum Ausklappen

...für ein Hochregallager (Lagerfreiplatzverwaltung, chaotische Lagerung)

Alle Artikel und alle Lagerplätze werden (z. B. durch Palettierung) auf ein einheitliches Format gebracht. Der Transport erfolgt durch Kletterkräne, die weit über die Stapelhöhen von z. B. Gabelstaplern hinausgehen. Im Gegensatz zum Magazinierprinzip können dadurch bei einem automatisierten Hochregallager alle Artikel an jedem beliebigen, freien Platz eingelagert werden. Jeder Lagerplatz wird per Nummerung gekennzeichnet.

Bsp.: Regalplatz 148

1 = Regalwand

4 = Regalhöhe (Niveau)

8 = Regaltiefe

Bsp.: Im Bau befindliches Hochregallager

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16. Welche besonderen Lagerformen sind in der Praxis üblich?

Für Güter, die infolge besonderer Anforderungen an die Regaltechnik – etwa weil das Gewicht, das die Tragfähigkeit der Regale übersteigt – oder aus Wirtschaftlichkeitsüberlegungen nicht in herkömmlichen Lägern untergebracht werden können, wurden für stapelfähige Güter Blocklager, Tanklager für Heizöl, Getränke und Chemikalien und Schüttgutlager für staubförmige, feinkörnige oder grobkörnige Güter entwickelt. Schüttgutlager, die sich zur Lagerung von Getreide, Kohle oder Sand eignen, haben die Form eines Silos oder einer offenen oder überdachten Lagerhalde.

17. Welche Prinzipien der Lagerhaltung und -organisation sind zu beachten?

Prinzipien der Lagerhaltung und -organisation
PrinzipienBeispiele
LageranpassungAnpassung der Lagerräume und -einrichtungen an die Besonderheit der Lagergüter: staubfrei, trocken, Größe der Lagerräume passend zur Größe der Lagergüter und zu den erforderlichen Transportwegen, spezielle Lagerung von Gefahrstoffen, Temperatur (Haltbarkeit/Funktionserhalt von Ölen, Fetten und Lacken), Luftfeuchtigkeit (speziell bei der Lagerung von Metallen und Gegenständen der Optik und Feinwerktechnik), Sonneneinstrahlung, Klima-/Kühlanlage, permanente Be- und Entlüftung, Vermeidung von Kondenswasserbildung
Übersicht, Ordnung, SauberkeitAufbewahrung nach einem Lagerplan, Schutz vor Verderb/Beschädigung/Schmutz, Freihalten der Transportwege, geeignete Lagerorganisation, Hygiene (speziell bei der Lebensmittellagerung)
Lagerverfahren (Lagerorganisation)Einlagerungs-/Auslagerungsprinzipien, geeignete Lager-/Packmittel
TransportmittelEignung der Transport-/Pack-, Lagermittel und der sonstigen Hilfsmittel (Wiege-/Messeinrichtungen)
SicherheitsvorkehrungenEinbruch, Diebstahl, Feuer, Schädlingsbefall
Pflege der LagergüterUmlagern, Korrosions-/Staubvermeidung
LageraufzeichnungenLagerkartei/-datei, Lagerfachkarten, Eingangs-/Entnahme-/Rücklieferungsscheine

18. Welche Arbeiten sind im Lager erforderlich?

Lagerarbeiten
MaterialeinlagerungMaterialauslagerung
MaterialeingangAuftragsvorbereitung
Materialnummerierung (Identifikation)Kommissionierung
Positionierung:
  • Magazinierprinzip
  • Lokalisierprinzip
Bereitstellung:
  • statisch
  • dynamisch
Technische Einlagerung:
  • Fördermittel
  • Einlagerungsmittel
Entnahme:
  • manuell
  • mechanisch
  • automatisch
LagerpflegeMaterialauslagerung
LagerkontrolleEntsorgung

19. Welche Einlagerungssysteme gibt es?

Einlagerungssysteme
Magazinierprinzip Festplatzsystem (statische Lagerung):
Jedes Material hat seinen festen Lagerplatz (Nummerierung der Gänge, Regale, Fächer z. B. entsprechend der ABC-Analyse).
Vorteile: ohne EDV, keine Störanfälligkeit, häufig entnommene Waren sind im vorderen Lagerbereich
Nachteile: keine optimale Ausnutzung der Lager- und Regalflächen
Lokalisierprinzip Freiplatzsystem (chaotische Lagerung):
Die Festlegung des Lagerplatzes erfolgt bei jedem Eingang neu.
Vorteile: optimale Ausnutzung der Lager- und Regalflächen, Reduzierung des Platzbedarfs
Nachteile: Kosten der EDV, bei Störungen kann ein Artikel nicht entnommen werden, ggf. längere Entnahmewege; nur Fachpersonal ist befähigt

20. Welche wesentlichen Packmittel gibt es?

Wesentliche Packmittel sind:

  • Behälter

  • Kartons

  • Container

  • Dosen

  • Fässer

  • Collicos

  • Säcke

  • Flaschen/Gläser

  • Kästen.

21. Welche Lagermittel werden eingesetzt?

LagermittelLagerbehälterVitrinenSchränke
RegaleUmlaufregal
Fachregal
Verschieberegal
Ständerregal
Durchlaufregal
PalettenRungenpalettenFlachpalettenBoxpaletten
EinrichtungenZähleinrichtungenWiegeeinrichtungenMesseinrichtungen

23. Wovon ist die Größe des Lagers abhängig?

Die Größe des Lagers ist von folgenden Faktoren abhängig:

  • der Betriebsgröße

  • der Breite und Tiefe des Sortiments

  • der Umschlagshäufigkeit

  • den Konjunkturschwankungen

  • den Schwankungen im Absatz oder in der Beschaffung

  • den Zinskosten

  • der Ausnutzung der Vorteile des Großeinkaufs

  • den Bestellmengen

  • der Wiederbeschaffungszeit.

24. Was ist bei der Einrichtung eines Lagers zu beachten?

Das Lager ist von den Besonderheiten der Branche und der Betriebsstruktur abhängig. Hat man es mit Artikeln zu tun, die jederzeit nachbestellt werden können, so kannanders disponiert werden, als wenn es sich um saisonabhängige und insbesondere starken Bedarfsschwankungen unterliegende Waren handelt. Im letzteren Fall ist man gezwungen, sich größere Warenbestände auf Lager zu legen.

Hat man ein zu kleines Lager, wird das Sortiment in einem nicht zu vertretenden Maße beschränkt. Dies wirkt sich auf die Anziehungskraft gegenüber den Kunden negativ aus und ein häufiges Nachbestellen wird erforderlich. Die Ware kann letztlich nicht verkaufswirksam dargeboten werden. Ist das Lager hingegen zu groß, entstehen hohe Kosten, es besteht die Gefahr des Verderbs und von Mode- und Geschmacksänderungen.

25. Wann ist die optimale Lagergröße erreicht?

Die optimale Lagergröße ist zunächst vom Umsatz, der Verkaufsfläche und der beschäftigten Personen abhängig. Bei der Beschaffung von größeren Mengen für einen längeren Zeitraum fallen infolge der Ausnutzung von Mengenrabatten die Beschaffungskosten, es steigen die Lager- und Zinskosten und ein höherer Kapitalbetrag ist im Lager gebunden; der Bestellung kleinerer Mengen liegen höhere Beschaffungskosten und niedrigere Zins- und Lagerkosten bei niedrigerer Kapitalbindung zugrunde.

Es stellt sich somit das Problem, denjenigen Lagerbestand zu ermitteln, bei dem die Beschaffungs- und Lagerkosten minimiert sind, was bedeutet, dass die Hauptkosten wie Personalkosten, Kosten des Unterhalts des Lagers, Warenkosten laufend festgehalten und bestimmte Kennzahlen ermittelt werden.

26. Wovon ist die Lagerplanung abhängig?

Die Lagerplanung ist abhängig von:

  • der Gesamtzahl der Artikel

  • dem maximalen Lagerbestand pro Artikel

  • der Umschlagshäufigkeit

  • den Abmessungen und Gewichten

  • den besonderen Lagerbedingungen (Raumtemperatur, Geruchsempfindlichkeit, Feuchte, Feuerschutz).

27. Welches System der Verpackungseinheiten ist optimal?

Ein zentrales Steuerungskriterium bei der physischen Distribution ist das System der Verpackungseinheiten, insbesondere die kombinierte Verpackungs-, Lade- und Lagereinheit und möglichst auch Verkaufseinheit.

Im Bereich der physischen Distribution wird angestrebt:

$$Verpackungseinheit = Transporteinheit = Lagereinheit = Umschlagseinheit = Versandeinheit$$

28. Welche Warenarten müssen beim Lagerbau berücksichtigt werden?

Die Lagerhaltung wird in besonderem Maße durch die Art der Waren bestimmt. Für eine flächenrelevante Differenzierung der Waren lassen sich aufgrund der Ähnlichkeit der auf den Wareneigenarten beruhenden Anforderungen an Transport und Lagerung nennen:

  • Umschlagsorientierte Waren:

    • verderbliche Waren

    • Stückgut.

  • Lagerorientierte Waren:

    • Produktionsgüter

    • Konsumgüter.

29. Welche Kosten entstehen durch die Lagerhaltung?

Video: Materialwirtschaft und Lagerhaltung

 

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30. Welche Lagerkosten sind i. d. R. fix und welche sind variabel?

Fixe Lagerkostenz. B. Miete/Pacht, Abschreibungen, Gebäudeversicherung
Variable Lagerkostensind von der Menge der gelagerten Waren abhängig, z. B. Energiekosten, Förderkosten, Lagerzinsen, Schwund/Leckage, Hilfsmittel

31. Welche Maßnahmen sind geeignet, die Lagerkosten zu senken?

Maßnahmen sind z. B.:

  • Kauf auf Abruf

  • Rabatte

  • Streckengeschäft

  • Erhöhung des Lagerumschlags

  • Optimierung der Lagerfläche und -einrichtung

  • Cross Docking (Warenvertriebssystem ohne Bestandshaltung im Distributionslager)

  • Just-in-Time.

32. Wie unterscheiden sich Lagerkosten- und Lagerhaltungskostensatz?

$$\; Lagerkostensatz\;  = \frac{Lagerkosten}{durchschnittlicher\; Lagerbestandswert \;\cdot\; 100}$$

$$\; Lagerhaltungskostensatz\;  = Zinssatz\; des\; im\; Lager\; gebundenen\; Vorratskapitals + Lagerkostensatz$$

Bei der Berechnung des Lagerzinssatzes ist der Kapitalmarktzins auf die Dauer der Kapitalbindung, d. h. auf die Lagerdauer zu beziehen:

$$\; Lagerzinssatz\;  = \frac{Kapitalmarktzinssatz}{360} \;\cdot\; durchschnittliche\; Lagerdauer$$

$$z. B. = \frac{10 \%}{360 Tage} \;\cdot\; 200 Tage = 5,56 \%$$

Der Lagerzinssatz gibt den Prozentsatz an, mit dem die Verzinsung des gebundenen Kapitals in die Lagerkosten eingeht.

$$\; Lagerzinsen\;  = durchschnittlicher\; Lagerbestand \;\cdot\; Lagerzinssatz$$

$$z. B. = 2.000 € \;\cdot\; 0,0556 = 111,20 €$$

Die Lagerzinsen entsprechen der Verzinsung des im Lagerbestand gebundenen Kapitals für die Dauer eines Lagerumschlags, d. h. für den Zeitraum der durchschnittlichen Lagerdauer.

Merke

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Sollen die Lagerzinsen für ein Jahr berechnet werden, muss mit dem Marktzins (hier 10 %) gerechnet werden.

Näherungsweise können die Lagerhaltungskosten auch ermittelt werden:

$$\; Lagerhaltungskosten\;  = durchschnittlicher\; Lagerbestand \;\cdot\; Lagerhaltungskosten\; je\; Stück$$

33. Was sind Fehlmengenkosten und welche Folgen können sich daraus ergeben?

Fehlmengenkosten entstehen durch …Folgen
  • falsche Disposition
  • zu späte Bestellung
  • nicht ausreichende Menge
  • Falschlieferung
  • Reklamation
  • Mitarbeiterkosten
  • Überpreise
  • Vertragsstrafen
  • Imageverlust

34. Welche Kennzahlen der Lagerhaltung gibt es?

Video: Materialwirtschaft und Lagerhaltung

Beispiele:xxx

Flächennutzungsgrad$\Large= \frac{Genutzte\; Lagerfläche}{Vorhandene\; Lagerfläche}$
Raumnutzungsgrad$\Large= \frac{Genutzter\; Lagerraum}{Vorhandener\; Lagerraum}$ 
Höhennutzungsgrad$\Large= \frac{Genutzte\; Lagerhöhe}{Vorhandene\; Lagerhöhe}$
Nutzungsgrad der Lagertransportmöglichkeit$\Large= \frac{Transportierte\; Menge}{Transportkapazität}$ 
Einsatzgrad$\Large= \frac{Einsatzzeit}{Arbeitszeit}$
Ausfallgrad$\Large= \frac{Stillstandszeit}{Einsatzzeit}$ 
Durchschnittlicher Lagerbestand$\Large= \frac{Anfangsbestand \;+\; Endbestand}{2}$ 
Durchschnittlicher Lagerbestand$\large= \frac{Jahresanfangsbestand \;+\; 12\;Monatsendbestände}{13}$ 
Durchschnittsbestand$\Large= \frac{Summe\; der\; Tagesbestände}{Anzahl\; der\; Tage}$ 
Umschlagshäufigkeit auf Mengenbasis$\Large= \frac{Jahresverbrauch}{durchschnittlicher\; Lagerbestand\; (in\; Stk.)}$ 
Umschlagshäufigkeit auf Wertbasis$\Large= \frac{Jahresverbrauch}{durchschnittlicher\; Lagerbestand\; (zu\; EP)}$ 
Durchschnittliche Lagerdauer$\Large= \frac{360\; (Tage)}{Umschlagshäufigkeit}$ 
Sicherheitskoeffizient$\Large= \frac{Sicherheitsbestand}{durchschnittlicher\; Bestand}$ 
Lagerhaltungskostensatz$= Zinssatz\; des\; im\; Lager\; gebundenen\; Vorratskapitals \;+\; Lagerkostensatz$ 
Lagerkostensatz$= {\large\frac{Lagerkosten}{durchschnittlicher\; Lagerbestandswert} }\;\cdot\; 100$ 
Lagerzinssatz$= {\Large\frac{Kapitalmarktzinssatz}{360}} \;\cdot\; {\small durchschnittliche\; Lagerdauer}$
Lagerzinsen$\small= durchschnittlicher\; Lagerbestand \;\cdot\; Lagerzinssatz$ 
Lagerreichweite$= {\Large\frac{durchschnittlicher\; Lagerbestand}{durchschnittlicher\; Bedarf}}$
Lagerbestand in % des Umsatzes$= {\Large\frac{Lagerbestand}{Umsatz}} \;\cdot\; 100$ 
Materialumschlag$= {\large\frac{Materialverbrauch}{durchschnittlicher\; Materialbestand}} \;\cdot\; 100$ 
Lagerdauer (in Tagen)$= {\large\frac{Anzahl\; der\; Tage/Betrachtungszeitraum}{Umschlagshäufigkeit}} \;\cdot\; 100$ 
 Reklamationsquote$= {\large\frac{Anzahl\; der\; reklamierten\; Artikel}{Gesamtanzahl\; der\; Artikel}} \;\cdot\; 100$ 
Servicegrad$= {\large\frac{Anzahl\; der\; erfüllten\; Lieferungen}{Anzahl\; der\; Lieferwünsch}} \;\cdot\; 100$

 

35. Welche Vor- und Nachteile gibt es bei Eigen- und Fremdlagerung?

 EigenlagerungFremdlagerung
Vorteile
  • Unabhängigkeit
  • Integration des Lagers in den Gesamtbetriebsablauf und geringere Schnittstellenprobleme
  • Spezialisierung auf die Besonderheiten der jeweiligen Ware und Kostendegressionseffekte
Nachteile
  • hoher Investitionsaufwand und Kapitalbindung
  • Mangel an spezialisierten Fachkräften
  • Lagerkapazitäten evtl. nicht ausreichend
  • Abhängigkeit vom Dienstleister

36. Was versteht man unter einem Konsignationslager?

Die Merkmale des Konsignationslagers liegen darin, dass der Lieferant beim Kunden ein Lager unterhält. Die Berechnung der Ware erfolgt erst nach der Entnahme durch den Kunden. Durch das Konsignationslager besteht ein hoher Servicegrad. Da die Ware bereits im Haus des Kunden ist, besteht ein hoher Versorgungsgrad. Die Kapitalbindung wird für den Kunden stark reduziert, da er erst mit der Entnahme der Ware aus dem Lager die Rechnung begleicht.

37. Erläutern Sie, was man unter Kommissionierung versteht und nennen Sie die Einflussfaktoren bei der Kommissionierung?

Aus den Lagerbeständen werden für interne Kunden (z. B. Produktion) oder externe Kunden Artikel entsprechend den Bedarfsanforderungen separat zusammengestellt.

Wesentliche Einflussfaktoren bei der Kommissionierung:

  • genaue Bedarfsinformationen bzgl. Artikelbezeichnung, Menge, Liefertermin

  • Verschiedenartigkeit der Artikel und Zahl der Zugriffe pro Artikel

  • Anzahl und Häufigkeit der Kommissionieraufträge

  • verfügbare Transportmittel und Kommissioniersysteme

  • viele verschiedene Einzelkunden oder ein Kunde mit Sammellieferung.

38. Welche Kommissioniersysteme sind geläufig?

Kommissioniersysteme (1)
Statisch „Mann zur Ware“:
Lagerpersonal geht zum Regal und entnimmt die Ware; geringe Kommissionierleistung pro Stunde; geeignet für kleine Unternehmen, geringe Investitionen für Lagersysteme.
imported
Dynamisch „Ware zum Mann“:
Die Ware wird durch automatische Fördereinrichtungen zum Lagerpersonal gebracht; hohe Kommissionierleistung pro Stunde; hohe Investitionen für Lagersysteme.
Kommisionierung im Regalgang dynamisch:
imported
Kommissioniersysteme (2)
EinstufigJeder Auftrag wird einzeln kommissioniert.
Mehrstufig Beispiel:
Es wird in der 1. Stufe artikelbezogen kommissioniert; in der 2. Stufe erfolgt die Aufteilung nach Aufträgen.
SeriellDie Positionen eines Auftrags werden nacheinander abgearbeitet.
ParallelGroße Läger sind in Zonen eingeteilt. Für jede Zone ist ein Mitarbeiter verantwortlich. Die Aufträge werden in Teilaufträge entsprechend den Zonen zerlegt. Jeder Mitarbeiter kommissioniert die Waren je Auftrag aus seiner Zone. Danach werden im Ausgangsbereich die Teilaufträge zum jeweiligen Kundenauftrag zusammengestellt. Bei diesem Verfahren besteht ein höheres Risiko der Falsch- oder Fehllieferung.