ZU DEN KURSEN!

Makroökonomie - Mindestreservepolitik der Primärgeldschöpfung

Kursangebot | Makroökonomie | Mindestreservepolitik der Primärgeldschöpfung

Makroökonomie

Mindestreservepolitik der Primärgeldschöpfung

Von den Einlagen des Publikums bei den Geschäftsbanken müssen diese einen bestimmten Anteil bei der EZB als Reserve halten.

Beispiel

Hier klicken zum Ausklappen Atze S. aus E. legt bei seiner Hausbank, der Sparkasse Borbeck, einen Betrag von 1.000 € an. Der Mindestreservesatz, den die EZB festgelegt hat, liege bei $r = 2 \%$.

Die Sparkasse muss nun von der Einlage den Betrag von $0,02*1.000 = 20 €$ bei der EZB hinterlegen. Sie kann in der Konsequenz nur noch über  $1.000 – 20 = 980 €$ verfügen, ist also in ihrer Möglichkeit der Geldschöpfung beschränkt.

Methode

Hier klicken zum Ausklappen Zu Zeiten, als die Deutsche Bundesbank noch geldpolitische Autorität hatte, also bis zum 31.12.1998, musste die Mindestreserve unverzinslich bei der Bundesbank gehalten werden. Die Europäische Zentralbank hingegen verzinst die Mindestreserve-Einlagen der Geschäftsbanken. Viele Geschäftsbanken empfanden die Verpflichtung, in Deutschland eine unverzinsliche Mindestreserve zu halten, als Nachteil im internationalen Rahmen, da die Banken im europäischen Ausland dies nicht mussten bzw. ihre Mindestreserve verzinslich war. Im europäischen Rahmen hatte man sich bei der EZB auf die Verzinsung der Mindestreserve geeinigt.

Die Mindestreserve zwingt die Geschäftsbanken dazu, sich bei der Zentralbank zu refinanzieren, nämlich genau in Höhe der bei ihr zu haltenden Guthaben.

Merke

Hier klicken zum Ausklappen Zusammen mit dem Notenmonopol hat die Zentralbank dadurch erst die Möglichkeit, dass die anderen geldpolitischen Instrumente funktionieren. Man spricht von der Anbindungsfunktion der Mindestreserve.