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Grundlagen der Mikroökonomie - Grundannahmen zum Nutzen

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Grundlagen der Mikroökonomie

Grundannahmen zum Nutzen

Der Nutzen stellt die Wirtschaftswissenschaftler vor ein großes Problem, denn er lässt sich nicht einfach messen und sich quantifizieren. Denn bringen zwei Tafeln Schokolade doppelt so viel Nutzen wie eine Tafel? Oder ist eine Packung Plätzchen doch "nützlicher"? All dies kann nicht klar beantwortet werden und ist abhängig von den Präferenzen der einzelnen Subjekte.

Aus diesem Grund verzichtet die Mikroökonomik auf eine Messung des Nutzens und beschränkt sich darauf, einzelnen Güterbündeln Zahlen zuzuweisen, die allein die Reihenfolge der Präferenzen angeben.
Am Anfang dieses Kapitels haben wir angenommen, dass der Verbraucher verschiedene Güterbündel bewerten und in eine Rangfolge bringen kann. Nun weisen wir den weniger bevorzugten Rängen geringere Zahlen zu als den bevorzugten Rängen und heraus kommt eine ordinale Ordnung. Ordinal bedeutet, dass die Abstände zwischen den Zahlen nicht von Bedeutung sind, so können wir einem Warenkorb die Zahl 100 zuweisen, einem dazu bevorzugtem die Zahl 200. Trotzdem kann nicht pauschal gesagt werden, das zweite Bündel werde doppelt so sehr bevorzugt wie das erstere oder sei 100 "Nutzeneinheiten" besser.

Aus diesem Grund kann die jeweilige Rangfolge auch durch eine sogenannte monotone Transformation geändert werden, was bedeutet, dass nur die zugeordneten Zahlen durch eine Funktion verändert werden, die Reihenfolge davon aber unberührt bleibt. Dies verdeutlicht die folgende Tabelle:

  1 2 3 4
A 1 10 9 -1
B 2 20 16 -2
C 3 30 23 -3
 Umformung   $\ \cdot 10 $
$\ \cdot 7 + 2 $
$\ \cdot (-1) $

In der ersten Spalte ist die ursprüngliche Reihenfolge eingetragen, C wird B vorgezogen und B wird A vorgezogen. In Spalte 2 und 3 ist die Reihenfolge nicht verändert, nur die Zahlen haben sich durch einfache Umformungen geändert.
In der letzten Spalte, der Nummer 4, allerdings hat sich die Reihenfolge umgekehrt. Dies liegt daran, dass die Zahlen mit -1 multipliziert wurden. Eine Transformation muss deshalb streng genommen positiv monoton sein.