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Konzernabschluss nach IFRS - Gemeinschaftsunternehmen

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Konzernabschluss nach IFRS

Gemeinschaftsunternehmen

Inhaltsverzeichnis

Bei einem Gemeinschaftsunternehmen sind zwei oder mehr sog. Partnerunternehmen

  • durch vertragliche Vereinbarung gebunden (IAS 31.7 (a)) und
  • diese Vereinbarung begründet eine gemeinschaftliche Führung (IAS 31.7 (b)).

Die vertragliche Vereinbarung ist notwendige Voraussetzung, sie kann  nicht übergangen werden (IAS 31.9), denn sie legt fest, dass kein Partnerunternehmen einzeln das Gemeinschaftsunternehmen einseitig beherrschen kann (IAS 31.11). Eine vertragliche Vereinbarung muss nicht notwendig durch einen expliziten schriftlichen Vertrag vorliegen. Es reicht bereits aus, dass durch Protokolle von Besprechungen zwischen den Partnerunternehmen belegt werden kann, dass eine solche Vereinbarung geschlossen wurde (IAS 31.10).

Bei einem Gemeinschaftsunternehmen wird die Führung gemeinschaftlich (!) ausgeübt. Dies bedeutet, dass jedes an der Führung beteiligte Unternehmen Vetorecht hat.

Beispiel

Die A-GmbH besitzt 50 % an der B-AG. Weiterhin besitzt die C-GmbH 50 % an der B-AG.

Die A kann bei der Führung der B die C nicht überstimmen und die C die A nicht. Beide „teilen“ sich insofern die Geschäftsführung an der B.

Man unterscheidet

  • mehrere Partnerunternehmen und
  • das Gemeinschaftsunternehmen.

Im obigen Beispiel heißen A und C Partnerunternehmen, B hingegen ist das Gemeinschaftsunternehmen.

Wichtig ist nun, dass die Beteiligung (genauer gesagt, die Stimmrechte), nicht bei 50 % zu 50 % liegen müssen.

Beispiel

Die A-GmbH, die B-GmbH, die C-GmbH und die D-GmbH besitzen jeweils 25 % an der E-AG. Jede Entscheidung muss einstimmig getroffen werden.

Die Führung erfolgt gemeinschaftlich, denn kein Gesellschafter kann überstimmt werden. Deshalb ist die E-AG ein Gemeinschaftsunternehmen.

Weiterhin müssen die Beteiligungen auch nicht gleichverteilt sein.

Beispiel

Die A-GmbH, die B-GmbH und die C-GmbH besitzen jeweils 30 % an der E-AG, die D-GmbH besitzt 10 %  an der E-AG. Jede Entscheidung bei der E-AG muss einstimmig getroffen werden.

Wegen der geforderten Einstimmigkeit ist die Führung bei der E-AG gemeinschaftlich, die E-AG ist also ein Gemeinschaftsunternehmen.

Die gemeinschaftliche Führung kann ausgeschlossen sein, wenn sich das Partnerunternehmen in einer Insolvenz befindet (IAS 31.8).

Gemeinschaftsunternehmen sind

  • mit der Quotenkonsolidierung (bevorzugte Methode = Benchmark) bzw.
  • mit der Equity-Methode (auch zulässige Methode = alternative method)

in einen Konzernabschluss einzubeziehen (IAS 31.30). Wir gehen hierauf im Kapitel "Quotenkonsolidierung" ein.

Video: Gemeinschaftsunternehmen