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Grundlagen der Mikroökonomie - Langfristige Angebotseffekte

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Grundlagen der Mikroökonomie

Langfristige Angebotseffekte

Über einen sehr langen Zeitraum sind auf Seiten der Anbieter mehrere Effekte zu beobachten.

Langfristig werden die Unternehmen ihre Produktion optimal gestalten. Dazu werden sie die Technologie einsetzen, also Maschinen, Organisationsformen usw., welche die Produktion einer Outputeinheit am billigsten macht. Da alle Unternehmen die selben Zugriffsmöglichkeiten auf Maschinen und andere Produktionsfaktoren wie Arbeit und Rohstoffe haben, werden alle die selben Kostenkurven haben.
In der langen Frist können nun die Unternehmen entscheiden, ob sie in den Markt ein- oder austreten.
Sie werden den Markt verlassen, wenn der Preis auf dem Markt unterhalb ihrer Kosten liegt, denn in dieser Situation werden sie Verluste machen.
Liegt der Preis hingegen über den Kosten, können Gewinne erzielt werden. Die Folge ist, dass weitere Unternehmen in den Markt eintreten. Durch das größere Angebot wird nun der Preis sinken und damit auch die Gewinne. Die Markteintritte werden solange weitergehen, bis der Preis auf das Niveau der durchschnittlichen Gesamtkosten gesunken ist. Jetzt können auf dem Markt auch keine Gewinne mehr erzielt werden, da Verkaufspreis und Produktionskosten pro Stück gleich sind.
Der Effekt, dass Unternehmen in der langen Frist beliebig in den Markt ein- und austreten können, sorgt für eine höhere Elastizität des Angebots. Der Zeithorizont wurde ja als wichtiger Einflussfaktor auf die Elastizität zu Beginn des Kurses erwähnt.
Langfristig ist das Angebot auf dem Markt vollkommen elastisch, also horizontal.

Langfristige Angebots-Effekte
Langfristige Angebots-Effekte

Der Marktpreis wird gleich den durchschnittlichen Gesamtkosten sein. Ein Preis darüber wird wieder zu Markteintritten und damit zum Sinken des Preises führen. Liegt der Preis darunter, kommt es zu Marktaustritten, einschließlich der Verminderung des Marktangebotes und damit steigenden Preisen.

Merke

In der langen Frist optimieren die Unternehmen ihre Produktion. Alle werden die gleichen Kostenkurven haben, da sie über gleiche Zugriffsmöglichkeiten auf Technologie und Ressourcen verfügen. Durch Marktein- und -austritte wird der Marktpreis auf die Höhe der Durchschnittskosten sinken und in der Folge werden keine Gewinne mehr erzielt. Außerdem wird das Marktangebot vollkommen elastisch sein.

Unternehmen auf dem Markt in der Praxis

Bleibt noch zu klären, warum Unternehmen auf einem Markt agieren, auf dem sie keine Gewinne machen.
Dafür gibt es zwei Gründe:
Zum einen wurden einige vereinfachende Annahmen getroffen, zum Beispiel völlige Markttransparenz oder die gleiche Verfügbarkeit von Technologie und Produktionsfaktoren für alle Unternehmen.
Da diese Annahmen in der Realität aber nicht vollständig erfüllt werden, sind auch Gewinne möglich.
Zum anderen sind die buchhalterischen Gewinne nicht Null, denn alle Produktionsfaktoren werden mit ihren Opportunitätskosten entlohnt.
Das bedeutet, dass alle Inputfaktoren wie Kapital oder Arbeit mit dem Preis entlohnt werden, den sie in der nächstbesten Verwendung erzielt hätten.
Ein Beispiel:

Ein Unternehmer, der gleichzeitig auch sein Unternehmen führt, investiert Zeit und Geld. Beides wird mit dem Preis der nächstbesten Verwendung entlohnt. Beim Kapital wäre dies der Marktzins. Bei der Arbeitszeit wäre dies zum Beispiel eine Stelle als festangestellter Manager in einem anderen Unternehmen mit einem festen Lohn. Die Buchhaltung erfasst natürlich keine Opportunitätskosten. Zinsen und das Einkommen des Unternehmers stellen Gewinne dar.