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Buchführung - Auf- und Abgeld

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Buchführung

Auf- und Abgeld

Die Begriffe des Darlehensaufgelds und des Darlehensabgelds sind im Prinzip ganz einfach, wenn man die folgenden Grundbegriffe verstanden hat:

  • Auszahlungsbetrag: Das Geld, das der Darlehensnehmer auf seinem Konto gutgeschrieben bekommt.
  • Nennbetrag: Der Betrag, auf den das Darlehen lautet.
  • Rückzahlungsbetrag: Der Betrag, den der Darlehensnehmer an die Bank zurückzahlen muss.
  • Darlehensaufgeld (auch Agio genannt):
    Der Rückzahlungsbetrag ist höher als der Nennbetrag; ausgezahlt wird der Nennbetrag. Also: Rückzahlungsbetrag > Nennbetrag (= Auszahlungsbetrag)!

Beispiel

Beispiel:
Unternehmer U nimmt ein Darlehen über 100.000 € auf, das in voller Höhe ausgezahlt wird, muss aber 106.000 € zurückzahlen. Die Differenz in Höhe von 6.000 € ist ein Agio.

Merke

Darlehensabgeld (auch Disagio genannt): Der Auszahlungsbetrag ist niedriger als der Nennbetrag; zurückgezahlt wird der Nennbetrag. Also: Auszahlungsbetrag < Nennbetrag (= Rückzahlungsbetrag).

Beispiel

Beispiel:
Unternehmer U nimmt ein Darlehen über 50.000 € auf, bekommt aber nur 47.000 € überwiesen. Die Differenz in Höhe von 3.000 € ist ein Disagio.

Außerdem gibt es noch eine Kombination aus Agio und Disagio: Der Auszahlungsbetrag liegt unter, der Rückzahlungsbetrag über dem Nennbetrag.

Behandlung des Agio und des Disagio

Der Unterschiedsbetrag zwischen Rückzahlungs- und Auszahlungsbetrag (Agio bzw. Disagio) ist wirtschaftlich zusätzlicher Zins für die Laufzeit des Darlehens. Handelsrechtlich darf er als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten angesetzt und durch planmäßige jährliche Abschreibungen über die Laufzeit verteilt werden (§ 250 Abs. 3 HGB); alternativ wird er sofort als Zinsaufwand gebucht. Steuerrechtlich muss ein Disagio als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten angesetzt werden (§ 5 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG).

Wird der Betrag aktiviert, verteilt man ihn bei Fälligkeitsdarlehen gleichmäßig über die gesamte Laufzeit. Bei Tilgungs- und Annuitätendarlehen ist das zwar auch erlaubt, üblich ist aber eine degressive (fallende) Verteilung parallel zur sinkenden Restschuld nach der Zinsstaffelmethode, die auch schon beim Leasing benutzt wurde (--> Bildung der Summe der Jahre, Anteile ausrechnen).