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Verbindlichkeiten

WebinarTerminankündigung:
 Am 12.01.2017 (ab 18:00 Uhr) findet unser nächstes Webinar statt.
Gratis-Webinar Grundbegriffe der Bilanzierung
- In diesem 60-minütigen Gratis-Webinar gibt Daniel Lambert einen Überblick über die zentralen Begriffe der Bilanzierung - hier im Besonderen dem Bilanzausweis.
[weitere Informationen] [Terminübersicht]

Neben dem Eigenkapital ist das Fremdkapital ein weiteres Mittel, mit denen sich Unternehmen finanzieren (Mittelherkunft). Das Fremdkapital besteht aus (§ 266 Abs. 3 HGB):

  • Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Darlehen), diese werden i.d.R. weiter unterteilt nach ihrer Fristigkeit. Langfristige Verbindlichkeiten haben eine Laufzeit von mehr als 5 Jahren, kurzfristige Verbindlichkeiten dagegen nur bis zu 5 Jahren.
  • Neben Bankdarlehen werden auch Lieferantenverbindlichkeiten unter dem Fremdkapital ausgewiesen. Diese resultieren meist aus noch nicht beszahlten Lieferungen bzw. Leistungen (Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung). Diese sind inklusive der Mehrwertsteuer auszuweisen.

  • Außerdem Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen und Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel und der Ausstellung eigener Wechsel.

Bewertung

Bei einer Verbindlichkeit müssen die Kriterien der konkreten Passivierungsfähigkeit erfüllt sein und zudem muss die Höhe sowie der Zeitpunkt der Fälligkeit feststehen. Die Bewertung erfolgt immer mit dem Erfüllungsbetrag (§ 253 Abs. 1 HGB). Das ist der Betrag, der zur vollständigen Tilgung der Schuld aufzubringen ist. Falls sich der Betrag erhöhen sollte, ist von dem Höchstwertprinzip gebrauch zu machen. Danach muss aus Gründen der Vorsicht und des Gläubigerschutzes die Folgebewertung auf den höheren Betrag erfolgen. Das bedeutet wiederrum, dass ein Sinken der Verbindlichkeit, also ein geringerer Rückzahlungsbetrag, nicht bilanziert werden darf. Dies würde dem Realisationsprinzip wiedersprechen. Etwaige zur Sicherheit gegebene Vermögensgegenstände oder Rechte (z.B. Grundpfandrechte, Sicherungsübereignung) sind nur im Falle von kleinen Kapitalgesellschaften und kleinen haftungsbeschränkten Personengesellschaften nach § 285 Abs. 1 b HGB nicht angabepflichtig.

Merke

Das Höchstwertprinzip findet häufig Anwendung bei Fremdwährungsverbindlichkeiten. Eine Schuld, die zunächst mit 2.000 € angesetzt wurde, kann beispielsweise aufgrund von Schwankungen im Wechselkurs, am nächsten Bilanzstichtag mit 3.000 € bewertet werden. In diesem Fall muss der höhere Ansatz in der Bilanz erscheinen.

Beispiel

Das Unternehmen XY kauft Rohstoffe aus den USA in Höhe von 2.600 Dollar auf Ziel. Der Kurs beträgt zu diesem Zeitpunkt 1,30 Dollar/Euro. Zum Bilanzstichtag ist der Kurs auf 1,20 Dollar/Euro gesunken. Welcher Wert ist anzusetzen?

Beim Kauf haben die Rohstoffe einen Wert von 2.000 € (=2.600/1,30). Dieser ist beim Zugang wie folgt zu buchen:

 Rohstoffe     2.000   an    Verbindlichkeiten a L&L    2.000

Am Bilanzstichtag ist der Kurs gesunken. Die Verbindlichkeiten steigen somit auf 2.167 € (=2.600/1,20). Aufgrund des Höchstwertprinzips muss der höhere Wert von 2.167 € angesetzt werden. Die Differenz wird wie folgt gebucht:

 Rohstoffe     167 €   an    Verbindlichkeiten a L&L    167 €

Video: Verbindlichkeiten

Zusammensetzung der Verbindlichkeiten, Bewertung der Verbindlichkeiten, Disagio, Beispiele

Disagio

Ein Disagio (Abgeld) ist die Differenz zwischen Rückzahlungs- und Ausgabebetrag. Der Kreditnehmer erhält den um das Disagio verminderten Betrag, während Zinsen und Tilgung von der gesamten Darlehenssumme berechnet werden. Das Disagio darf entweder als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen (§ 250 Abs. 3 HGB) und planmäßig über die Laufzeit abgeschrieben werden oder sofort als Aufwand verbucht werden. Allerdings ist die Aktivierung des Disagios lediglich im Jahr der Begründung der Verbindlichkeit rechtmäßig, später darf sie nicht angesetzt werden. In der Handelsbilanz besteht ein Wahlrecht zur AKtivierung des Disagios, in der Steuerbilanz hingegen besteht eine Aktivierungspflicht (§ 5 Abs.5 S.1 Nr.1 EStG). 

Beispiel

Das Unternehmen XY nimmt am 02.01.12 einen Kredit bei der Bank A in Höhe von 200.000 € auf. Das Disagio beträgt 5%. Die Laufzeit des Kredit beträgt 10 Jahre. Das Unternehmen nutzt das Wahlrecht aus und aktiviert das Disagio.

Ein Disagio von 5% des Auszahlungsbetrages von 200.000 € bedeutet eine Verringerung des tatsächlich ausgezahlten Betrages um 10.000 €. Der Kreditnehmer erhält also nur 190.000 €, muss aber 200.000 € zurückzahlen.

Im obigen Fall lautet die Zugangsbuchung am 02.01.12:

Bank    190.000    an   
Aktiver RAP    10.000    an    Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten    200.000

Das Disagio wird über die Laufzeit von 10 Jahren jährlich mit 1.000 € abgeschrieben. Am 31.12.2012 lautet der Buchungssatz somit:

Zinsaufwand   1.000   an    aktiver RAP    1.000
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Kommentare zum Thema: Verbindlichkeiten

  • Maren Nebeling schrieb am 17.03.2015 um 09:04 Uhr
    Hallo, vielen Dank für den Hinweis. Ich habe nun den Fehler behoben. Schöne Grüße
  • Sebastian Mo schrieb am 16.01.2015 um 18:50 Uhr
    Guten Tag, Es muss aber 2.600$ heissen :-)
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  • Einführung
    • Externes vs. internes Rechnungswesen
    • Funktionen des externen Rechnungswesens
  • Organisation des Rechnungswesens
    • Handelsrechtliche Vorschriften
    • Steuerrechtliche Vorschriften
    • DRS Vorschriften
    • Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB)
      • Einleitung zu Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB)
      • Rahmengrundsätze
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      • Ergänzende Grundsätze
    • Exkurs: Branchenspezifische Regelungen
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    • Adressaten des Jahresabschlusses
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    • Verwendung des Jahresergebnisses
  • Die Strukturbilanz
    • Einleitung zu Die Strukturbilanz
    • Vorüberlegungen
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    • Herleitung der Aktivseite
    • Herleitung der Passivseite
    • Lösung der Aufgabe
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